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Schauanlage „Nostalgia“

Die gute alte Zeit heute nochmals nachgebaut

 

Diese Kolumne erscheint aus aktuellem Anlass, denn die Schauanlage „Nostalgia“ wird am 7./8. April im Pentorama in Amriswil (TG) anlässlich der dort stattfindenden Modelleisenbahn-Börse in Betrieb sein (siehe auch unter „Agenda“).

 

Eigentlich war „Retro-Train“ nur als kleines Nebenhobby mit einer Schauanlage gedacht. Dies änderte sich, als ein Modelleisenbahnbörsenhändler, ein guter Bekannter, mir von einem Todesfall eine Kiste voll handgebaute Holzhäuser im Kandertal-Baustil vorbeibrachte. Seine Warnung, dass die Häuser am zerfallen seinen war mehr als begründet. Der Leim, mit welchem sie zusammengebaut wurden war glasig und brüchig geworden. Ich beschloss die Häuser zu restaurieren…nochmals neu aufbauen trifft es wohl eher. Alle Häuser wurden sorgfältig zerlegt, der Leim abgekratzt, wieder neu zusammengebaut und die Ecken frisch verputzt. Bei 15 Häusern ergibt das ordentlich viel Arbeit. Ich beschloss diese schönen Häuser mittels einer Schauanlage der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Idee einer weiteren „Retro-Train“ Schauanlage war geboren. Diesmal sollte die Zeit der 50er/60er Jahre gezeigt werden. Ursprünglich wollte ich eine gleich grosse Schauanlage wie die erste „Retro-Train“ Schauanlage 30er/40er Jahre realisieren. Als ich aber noch einen Blechlokschuppen und eine Drehscheibe von einem begeisterten Recyclingbahnfan als Geschenk erhielt, war das Projekt plötzlich mit einem Bahnbetriebswerk um einen ganzen Meter gewachsen. Gleise und Signale aufzutreiben war das grössere Problem. Klar hätte ich Punktkontakt-Metallgleise verbauen können, die ja bereits ab 1956 erhältlich waren, aber jene mit durchgezogenem Mittelleiter hätten mich mehr gereizt. Wieder half mir der Zufall. Ein guter Bekannter, der in einer Behindertenwerkstatt als Betreuer arbeitete und dort in der Freizeiteine Gruppe von Modulbahern betreute, Schimpfte, dass er viele Gleise mit durchgezogenem Mittelleiter als Zuwendung erhalten hätte, die er nicht brauchen könne, weil in der Gruppe mit Punktkontaktgleisen gearbeitet würde. Da ich mehr als genug Punktkontaktgleise besass, bot ich ihm an, dass wir tauschen. Obendrauf legte er noch 2 Rollen Grasmatte (die ja in den 50er/60er Jahren in war). Nach jenem Gleisdeal konnte ich mit dem Aufbau der Schauanlage beginnen. Als versteckte Auflageflächen kamen als „Häuser mit Flachdach“ getarnte Holzklötze von defekten Einwegpalletten zum Einsatz. So kann die Anlage im Auto aufeinandergestapelt transportiert werden. Auf einer Versteigerungs-Plattform im Internet ersteigerte ich einen Waldkiosk, den jemand selber aus Holz gebaut hatte. Eigenbauten sind wenig beliebt und ich bekam für wenig Geld den Zuschlag. Dass mich die 50er Jahre-Bäume, die zusammen mit dem Kiosk angeboten wurden, mehr interessierten, als das Gebäude musste ich ja niemandem erzählen. Aber es erhielt alles seinen Platz auf der Anlage. Das finden eines griffigen Namens für die Schauanlage gestaltete sich als schwierige Aufgabe. Beim Anblick der Schauanlage bei der technischen Generalprobe unter freiem Himmel entfuhr es einem Passanten: „Mensch, da kommen einem ja nostalgische Gefühle hoch“ Das war es! Der Name der Schauanlage: „Nostalgia“