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Modelleisenbahn-Rassismus

Amüsante Anekdoten

Wer unvoreingenommen als Besucher an eine Modelleisenbahnausstellung geht denkt, dass ja alle dasselbe Hobby haben und sich daher sehr gut verstehen…weit gefehlt. Auch da gibt es diverse Meinungsverschiedenheiten und Ansichten. Da kann es schon mal ausarten, wenn einer etwas anderes als der Mainstream mitbringt:

Bei einem Event in Lausanne wurde ich von anderen Teilnehmern ziemlich unsanft verbal auf Deutsch angerempelt, was denn der „Abfallbähnler“ aus der Deutschschweiz hier verloren hätte. Zu ihrer Überraschung war ich (im Gegensatz zu ihnen) der französischen Sprache mächtig und bekam auch von den Westschweizern sofort Unterstützung. Die Deutschschweizer machten mir im späteren Verlauf des Events auch noch klar, dass ich in Punkto Perfektion keinen Stich hätte gegen ihre Modelle. Ähm, wollte ich das? Okay, kaufen das kann jeder, aber ich baue für mich selber aus "Abfall" was bei mir fährt. Einzigartige Modelle die der Fachhandel oft nicht anbietet und die Baukosten sind erst noch deutlich tiefer als der Preis für gekaufte Modelle aus dem Laden…

Bei einer Ausstellung in Burgdorf wurde explizit nur bei meinem Auto eine Busse/Umtriebs-Entschädigung unter dem Scheibenwischer platziert. Dies trotz fehlender rechtlicher Grundlage. Und: Die anderen Autos mit Berner Kontrollschildern daneben, blieben unbehelligt. Der Veranstalter meinte auf meine Rücksprache, dies sei mein Problem, der Parkplatzbesitzer beharrte auf seiner Forderung. Es kam wie es kommen musste: Der Weg zum Polizeiposten führte zum Erfolg. Dies nahm der Veranstalter zum Anlass um auf einen „Störenfried“ wie mich künftig zu verzichten. Ich wusste gar nicht, dass ich als Aargauer in Bern so hohe Wellen werfen kann. Da kann ich nur schmunzeln dazu…

Bei einer Messe in St. Gallen wurde mein Workshop (wo man aus „Abfall“ einen Tankwagen bauen konnte) von einem Mitaussteller scharf kritisiert: „Ob ich das Gefühl habe, dass sie da noch was verkaufen, wenn ich den Kindern zeige wie es günstig bis gratis gehe“. Dann machen Sie was falsch, gab ich zurück. Darauf meinte dieser, dass er dafür sorgen werde, dass er mich im Folgejahr nicht mehr sehe. Da gerade wegen der Recyclingbahn und diesem Workshop viele positive Einträge im Gästebuch der Messe gemacht wurden, lud mich der Veranstalter auch im Folgejahr wieder ein…

Als sich herumgesprochen hatte, dass ich an einer Augenerkrankung leide frohlockten einige bereits öffentlich und auch in Diskussionsforen im Internet, dass es nun endlich Ruhe geben würde aus meiner Ecke…Zu früh gefreut: Die Recyclingbahn, Retro-Train und die Uhrwerkbahnen fahren (dank zahlreicher Helfer) trotz meinem "Augen-Handicap" noch heute. Und: Die Krankheit brachte mir auch ein neues Hobby (Hobby Nummer 4): Kartoneisenbahnen (mit Metallteilen) und die Schauanlage „Kartonwelt“. Als Training um das binokulare Sehen wieder zu erlangen, kam ich auf den Bastelbogen und durch Forschungsarbeit und neu geknüpftes Kontaktnetz auch auf die Kartoneisenbahnen. Mittlerweile bin ich sowas wie ein Experte für diese (fast vergessene) Art von Modellbahn geworden und besitze eine einzigartige, Europaweite Sammlung davon...

Dass es auch anders geht zeigt die letzte Geschichte:

Bei einem Modellbahn-Event in St. Gallen waren ziemlich viele Teilnehmer darunter, welche selber Modelle gebaut hatten. Wir liessen jeweils vor Beginn des Anlasses gegenseitig unsere Modelle auf den Anlagen der Kollegen fahren. Auch mein Lötkolben und die Schraubenzieher wurden ein paar Mal ausgeliehen. Am Abend wurde spontan zusammengesessen und bis in die Morgenstunden über den Bau von Modellen diskutiert. Kein „ich bin besser als Du“ und wie eine grosse Familie. So sollte es eigentlich sein…

Ich könnte noch dutzende solcher schönen Erlebnisse aufzählen, deren Anteil bei mehr als 90% liegt. An mir soll's nicht liegen, denn ich bin ein friedliebender Mensch, der sich aber bei hässlichen Szenen (wenn es sein muss) zu wehren weiss. Es ist schon seltsam: Die „Recyclingbahn“ gibt es nun schon seit mehr als 20 Jahren und noch immer ist sie in aller Mund. Entweder positiv, oder es werden darüber „hitzige Diskussionen“ geführt. Man liebt oder hasst mich und mein Hobby, dazwischen gibt es nichts. Bin ich mir längst gewohnt. Aber, das ist immer noch besser als wenn mein Hobby „nicht der Rede wert“ wäre…

Passendes Zitat von Robert Lembke (Was bin ich?):

"Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen"